Psychiatrie

 

Ergotherapie wird im Fachbereich Psychiatrie eingesetzt, wenn z.B. folgende Krankheitsbilder oder Störungen vorliegen:

  • Psychosomatische Störungen/somatoforme Störungen (z. B. des Herz- und Kreislaufsystems, des Verdauungssystems, Schmerzstörungen u. a.)
  • Leichte bis mittelgradige Depressionen
  • Belastungs- und Anpassungsstörungen (z.B. nach Trennung, Todesfall u.a.)
  • Traumatisierung/ Posttraumatische Belastungsstörung
  • Angststörungen, Panikstörungen, Anpassungsstörungen
  • Burn-Out-Syndrom
  • Schlafstörungen
  • Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen (z. B. Borderline Persönlichkeitsstörung)
  • Essstörungen
  • Suchterkrankungen
  • Onkologische Erkrankungen
  • Psychotische Erkrankungen
  • Demenzielle Erkrankungen, wie z.B. Morbus Alzheimer

 

Ziele der ergotherapeutischen Behandlung

Verbesserung, Entwicklung bzw. Erhalt von

  • Kognitiven Fähigkeiten (Konzentration, Aufmerksamkeit, Merkfähigkeit, Orientierung, Handlungsplanung und -durchführung)
  • Emotionalen Fähigkeiten (Antrieb, Selbstwertgefühl, Selbsteinschätzung, Bezug zum eigenen Körper, Zugang zu eigenem Gefühlsleben und unterdrückten Gefühlen, Bewältigung emotionaler Krisen, Motivation, Ausdauer, Belastbarkeit, Flexibilität)
  • Sozialen und psychosozialen Fähigkeiten (Kontaktaufnahme, Verantwortung, Kommunikation, Frustrationstoleranz, Auseinandersetzung mit eigenen Gefühlen und Bedürfnissen, Selbstständigkeit, Aufbau von Beziehungen)
  • Sozioemotionalen Fähigkeiten (Kommunikation, Kontaktfähigkeit, Kritikfähigkeit, Konfliktfähigkeit, Toleranz, Selbst- und Fremdwahrnehmung, Vertretung der eigenen Meinung, Bedürfnisse und Wünsche, Spontaneität, Eigeninitiative, Lösung von Problemen, Selbständigkeit in der Tagesstrukturierung bzw. Gestaltung des Alltags)
  • Instrumentellen Fertigkeiten (Umgang mit Material, Werkzeug, Maschinen)
  • Motorischen und körperlichen Fähigkeiten (Grob- und Feinmotorik, Koordination, Kraft, Körperwahrnehmung, Wahrnehmungsverarbeitung)

 

 

Behandlungsmethoden und -konzepte in Einzel- und/oder Gruppentherapie

 

Neurofeedback

Neurofeedback verbessert die Fähigkeit der unbewussten Selbstregulierung im zentralen Nervensystem und kann somit gezielt das psychische und physische Wohlbefinden nachhaltig positiv beeinflussen.

 

Krisenmanagement/ Problemlösetraining

Training des Umgangs mit Krisen- oder Problemsituationen. Identifikation und Analyse von Krisen/Problemen und Entwicklung von Strategien zur Bewältigung einer Krise sowie Einleitung und Begleitung bei der Durchführung von Gegenmaßnahmen.

 

Stressbewältigung

In Stresssituationen können die Widerstandsfähigkeit und Selbstheilungskräfte des Menschen wegen innerer und äußerer Belastungen zur Erhaltung der Leistungsfähigkeit oder der Gesundheit nicht ausreichen. In der Therapie werden Methoden gelernt, mit deren Hilfe belastender Stress verringert werden kann. Dazu gehören die Enttabuisierung von Stresssituationen und die Förderung der individuellen Ressourcen und der Stressbewältigungskompetenz.

 

Kompetenzzentrierte Methode

Umfasst einen ergebnisorientierten Ansatz. Mit Hilfe ausgewählter Techniken und Tätigkeiten werden nicht vorhandene oder verloren gegangene Fähig- und Fertigkeiten erlernt oder geübt, z.B. 

  • Alltagsbewältigung/ -strukturierung: Training einer selbstständigen Lebensführung, Erarbeiten von Tagesstrukturierungen, Zielsetzung, Verhaltenstraining.
  • Fertigkeitentraining: Training von Fertigkeiten (Skills) zur Emotionsregulation.

 

Kognitives Training/ Gedächtnistraining

Kognitives Training nach Dr. med. F. Stengel, computergestütztes Hirnleistungstraining, z. B. mit Programmen wie Freshminder, Übertragung in den Alltag, Erinnerungs- und Biographiearbeit.

 

Psychoedukation

Aufklärung über Ursachen, Symptome und Verlauf einer psychischen Erkrankung, zur emotionalen Entlastung durch ein besseres Verständnis, als ‚Hilfe zur Selbsthilfe‘ und zur Krankheitsbewältigung. Angehörigenberatung.

 

Ausdruckszentrierte Methode

Kunst-und gestaltungstherapeutisches Arbeiten mit verschiedenen künstlerischen Materialien und therapeutischen Methoden beinhaltet einen prozessorientierten Ansatz, der über kreative Angebote zur nonverbalen Auseinandersetzung mit Gefühlen, Wünschen und Zielen anregt.

 

In der Psychiatrie werden außerdem ergotherapeutische Gruppenkonzepte angeboten.